Geschichte Glismann
Es war der 1. Juni anno 1853, als der Zimmerergeselle Claus Glismann den
Kaufvertrag für ein Grundstück in Barmstedt unterschrieb. An der Ecke Kleine
Gärtnerstraße/Königstraße machte er seine eigene Zimmerei auf und begründete
damit unser Unternehmen.
Kauf-Contract zwischen Dem Eingesessenen P.W. Reher in Barmstedt und dem Zimmermann Claus Glismann daselbst. Kund und zu wissen sei hiermit, dass zwischen dem Eingesessenen P.W. Reher, als Verkäufer an einem und dem Zimmermann Claus Glismann daselbst, als Käufer am anderen Theile, folgende zu Recht bestandener und unwiderruflicher Kauf- und Überlassungscontract verabredet und geschlossen worden ist.
Es verkauft nämlich tritt ab und überläßt gedachter P.W. Reher für sich und seine Erben, und mit Genehmigung des königl. Ministerii für die Herzogthümer Holstein und Lauenburg vom 8ten Decbr. 1852 ein zu seiner in Barmstedt belegenen Stelle gehöriges, 226 Ruthen großes Landstück so wie dasselbe an Ort und Stelle belege, befriedigt, begrüppt, und begraben und vom Verkäufer bisher beruhig besessen, benutzt und gebraucht worden, ... Dachhütte benutzt und gebraucht werden können un d mögen, mit allen Freiheiten und Gerechtigkeiten, ... namentlich auch mit dem jetzt auf dem gr. Grundstück wachsenden Roggen, aber auch zu Lasten Verpflichtungen und Beschwerden, an den gleichfalls gedachten Zimmermann Claus Glismann erbund eigenthümlich nun und für die caufbehandelte Kaufsumme 1500 ... schreibe fünfzehn Hundert Mark, welche Kaufsumme der Käufer bereits berichtigt hat, und wofür ihm hiermit in bündigster und bester Form Rechtens Quitung ertheilt wird.
Bemerkt wird, dass es dem Eingesessenen Lüder Mohr in Großendorf freisteht über die am nördlichen Ende des Landstücks befindliche Wende zu fahren, um nach seinem Lande gelangen zu können.
Die mit diesem Handel verbundenen Contract- Protocollations- und Stempelpapierkosten werden von den Contrahenten einseitig die 1/2 pr. Ct. Steuer dagegen von Käufer einseitig berichtigt. Alles sonder List und Gefährde urkundlich ist dieser unterm 30. April d. J. in der Königl. Barmstedter Kirchspielvogtei entworfene Kaufcontract dem Protokolle insoweit obrigkeitlich confirmirt und von beiderseits Contrahenten eigenhändig unterschrieben.
Königl. Administratur zu Ranzau
1ten Juni 1853
150 Jahre hat es gedauert, bis aus der kleinen Zimmerei des Claus Glismann aus Bullenkuhlen die heutige Firma Gustav Glismann in Barmstedt entstand. Und was wir sonst noch aus unserer Vergangenheit wissen, lesen Sie hier.
Claus Glismann kam aus Bullenkuhlen
und den Platz in Barmstedt hatte er sich für sein
Geschäft nicht umsonst ausgesucht. Entscheidend
für die Standortwahl war vermutlich der
gegenüberliegende Friedhof, der am 14. Juli
1844 eingeweiht wurde. Im 19. Jh und bis weit
in das 20. Jh hinein haben Zimmereibetriebe
und Tischlereien gleichzeitig auch Bestattungen
ausgeführt. Was lag näher, wo sie doch schließlich
auch Sarg und Kreuz lieferten? Vermutlich
entstand zu dieser Zeit auch schon das Gebäude
mit der Schankwirtschaft auf der vorherigen
Seite. Eine Gastwirtschaft stellt schließlich eine
gute Ergänzung zur Zimmerei dar, wenn man
Trauergemeinden zu seinen Kunden zählt.
Im Jahr 1876 starb Claus Glismann und sein Sohn Johannes Glismann führte das Unternehmen fort. Dieser begann nun auch mit dem Handel von Holzwaren. Eine Rechnung von 1890 an einen gewissen Tewes Harder aus Großendorf belegt das. Aus der Rechnung ist auch ersichtlich, dass es damals bereits eine Verbindung zur Firma Schüder & Kremer aus Elmshorn gab – nämlich einen Filialvertrag (ein Schreiben an die britische Militärverwaltung 1946 erwähnt diesen ebenfalls). Der Grund für den Filialvertrag könnte in der Weitsicht des Johannes Glismann gelegen haben, zu expandieren, ohne das nötige Kapital zur Verfügung zu haben. Bereits am 31. Dezember 1899 ließ Johannes Glismann das Unternehmen auf seinen damals erst 13-jährigen Sohn Gustav Glismann eintragen. Den Grund für diese frühe Übertragung kennen wir leider nicht.
Auf jeden Fall verstarb Johannes Glismann am 1. März 1913 plötzlich, aber drei Wochen später tragischerweise auch sein Sohn! Gustav Glismann wurde am 25. März 1913 das Opfer eines Verkehrsunfalls in Elmshorn.
Von nun an führte der Schwiegersohn Hans Fabel, von Beruf eigentlich Schullehrer, das Unternehmen weiter. Den Filialvertrag mit der Firma Schüder & Kremer kündigte er 1921 und danach geriet das Unternehmen zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Am 10. März 1937 wurde die Firma von Schüder & Kremer gekauft. Das Betriebsgrundstück war zu diesem Zeitpunkt schon auf knapp 5000 qm gewachsen. Über das Zustandekommen des Kaufvertrages gibt es zwei Versionen. Aus einem Schriftstück an das "Military Government of Germany" vom 3. April 1946 geht hervor, das Hans Fabel das Unternehmen der Firma Schüder & Kremer angeboten hat. Aus Erzählungen des langjährigen Prokuristen Johannes Peters ist anderes bekannt. Johannes Glismann hatte drei Töchter hinterlassen – Maria Glismann, Bertha Schwormstede und Martha Fabel, die Ehefrau des Hans Fabel. Am 10. März 1937 waren die drei Frauen nun unterwegs zum Justizrat Reimers, um die Firma an einen Wettbewerber zu verkaufen. Hans und Martha Fabel waren mittlerweile die Eigentümer. Die betrübten Damen trafen auf Frau Anna Kremer, die Ehefrau von Jasper Ferdinand Kremer, der sie das Vorhaben erzählten. Anna Kremer hatte immer ein gutes Verhältnis zu den Familien Glismann gepflegt und soll die Damen davon überzeugt haben, dass dieser Verkauf zunächst einmal mit ihrem Ehemann Jasper Ferdinand zu besprechen sei. Und so soll es dann auch geschehen sein. Die Kanzlei von Justizrat Reimers befand sich zwar in der Mühlenstraße 2, der Vertrag wurde aber auf dem Grundstück Bauerweg 3 geschlossen. Der Kaufpreis betrug 35.000,– Reichsmark. Zwischen der Familie Glismann und der Familie Kremer bestand also – wie hier zu lesen – eine lange und enge Verbindung. Die Geschichte der Firma Schüder & Kremer lässt sich bis zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht weiter aufhellen.
Nach Abschluss des Kaufvertrages wurde nun – im Jahr 1937 – ein Geschäftsführer gesucht. Zufällig besuchte ein Mitglied der Familie Kremer in dieser Zeit eine Feier der Familie Kölln in Uetersen. Dort traf man auch die Köllns aus Friedrichstadt, die wiederum eine Holzhandlung besaßen. Man kam also zwangsläufig über den vollzogenen Kauf der Firma Glismann und die Personalnot ins Gespräch. Bei Kölln in Friedrichstadt liefen die Geschäfte z. Z. schlecht, und so wurde als „Leihgabe“ der junge „Mitarbeiter Peters“ nach Barmstedt geschickt. Diese „Leihgabe“ war dann bis zum 31. März 1971 als Prokurist der Firma Gustav Glismann beschäftigt. Johannes Peters hat mit großem Geschick und Schlitzohrigkeit das Unternehmen durch die Wirren des 2. Weltkrieges geführt und durch ständige Grundstückszukäufe weiter entwickelt. Zum Betrieb gehörten u.a. ein Sägewerk und eine Kistenfabrik. Zeitweise waren über 60 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.
Die Eigentümer der Firma Schüder & Kremer
(und damit auch des Filialbetriebes Gustav
Glismann) nach 1937 waren Jasper Ferdinand
Kremer (†1947) und dessen Söhne Ferdinand
(†1959) und Hans Werner (†1958). Ferdinand
wurde von zwei Söhnen beerbt, bei Hans
Werner waren es eine Tochter und drei Söhne.
Allerdings hatte nach dem Tod von Ferdinand
bzw. Hans-Werner noch keiner der Erben das
Alter von 25 Jahren erreicht. Und genau das war
seit 1940 laut Gesellschaftsvertrag Voraussetzung
für den Eintritt in die Geschäftsführung.
Also wurden Max Kremer (Schiffswerft D. W.
Kremer Sohn) und Dr. Thomas Jebens
(Wirtschaftsprüfer in Elmshorn) vorübergehend
zu Testamentsvollstreckern bestellt. Die Prokuristen
Johannes Peters, Heinrich Gossel und
Herbert Vosgerau wurden zu Gesamtprokuristen
für beide Firmen benannt. Nachdem dann Thies
Kremer und sein Vetter Ferdinand Kremer jun.
(beides Enkel des 1947 verstorbenen Jasper
Ferdinand) das 25. Lebensjahr erreicht hatten,
traten sie 1965 in die Geschäftsführung bei
Schüder & Kremer ein. Der neuen Geschäftsführung
wurde nun aber sehr schnell klar, dass
man für die zukünftige Ausrichtung der beiden
Firmen sehr unterschiedliche Vorstellungen
hatte, die sich nicht unter einen Hut bringen ließen.
So wurde einvernehmlich die Trennung der
Firmen zum 1. Januar 1967 beschlossen. Die
Erben von Ferdinand Kremer wurden Eigentümer
der Firma Schüder & Kremer; die Erben
von Hans Werner Kremer erhielten die Firma
Gustav Glismann.
1968 ging es mit einer Großinvestition bei
Gustav Glismann weiter. Der heute noch
benutzte Portalkran wurde angeschafft. Er hat
eine Nutzlast von 5 t und eine Spannweite von
26 m. Mit ihm ließen sich 2.600 qm des
Betriebsgeländes abdecken, was noch heute hilfreich
ist, damals aber – angesichts der Schotterpisten
auf dem Gelände – eine unglaubliche
Arbeitserleichterung war. Im Jahr 1971 legte
man die Kistenfabrik und das Sägewerk still, der
Handel mit Holz und Baustoffen wurde forciert.
1972 kam der erste elektronische Fakturierautomat,
ein „Friden Computer 5005“, ins
Haus. Eine heute unvorstellbare Summe von
DM 21.430,– musste damals bezahlt werden.
1973 rollte der erste Gabelstapler über den Hof.
Dafür wurden die ersten Flächen gepflastert und
die Schotterpisten asphaltiert.
Eine ständige Erweiterung der Betriebsfläche durch Zukäufe von Grundstücken aus der Nachbarschaft ermöglichte auch das Wachstum des Unternehmens selbst. So eröffnete 1977 der Baumarkt mit einer Fläche von damals 200 qm für den Handel mit Werkzeugen, Farben u.v.a.m.
Der Baumarkt wurde ständig erweitert und hat jetzt einschließlich der Gartenmöbelscheune eine Fläche von 2.300 qm. Die Hallenflächen für den Holz- und Baustoffhandel betragen rund 3.000 qm. Das gesamte Firmengelände umfasst heute ca. 22.800 qm. 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 9 Gabelstapler und 6 LKWs mit Ladekränen sorgen für einen optimalen Kundenservice und eine termingerechte Belieferung. Bereits seit dem 1. Juni 1929 waren die Eigentümer der Firma Gustav Glismann auch Mitgesellschafter der Firma Eisenhandel Kremer in Elmshorn. Diese wiederum war eine gemeinsame Gründung der Gesellschafter der Firmen Schiffswerft D. W. Kremer Sohn und Schüder & Kremer. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte vermehrten sich die Gesellschafter durch die jeweilige Erbfolge. Das führte dann dazu, dass die Entscheidungsprozesse im Unternehmen Eisenhandel Kremer schwieriger wurden und 1999 schieden als Konsequenz daraus zwei Drittel der Gesellschafter aus. Übrig geblieben sind die heutigen Eigentümer der Firma Gustav Glismann.
Mit den Sortimenten aus beiden Betrieben können alle Kundenkreise und Kundenwünsche optimal bedient werden. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt.
![]() Kaufvertrag vom 01. Juni 1853 |
Kauf-Contract zwischen Dem Eingesessenen P.W. Reher in Barmstedt und dem Zimmermann Claus Glismann daselbst. Kund und zu wissen sei hiermit, dass zwischen dem Eingesessenen P.W. Reher, als Verkäufer an einem und dem Zimmermann Claus Glismann daselbst, als Käufer am anderen Theile, folgende zu Recht bestandener und unwiderruflicher Kauf- und Überlassungscontract verabredet und geschlossen worden ist.
Es verkauft nämlich tritt ab und überläßt gedachter P.W. Reher für sich und seine Erben, und mit Genehmigung des königl. Ministerii für die Herzogthümer Holstein und Lauenburg vom 8ten Decbr. 1852 ein zu seiner in Barmstedt belegenen Stelle gehöriges, 226 Ruthen großes Landstück so wie dasselbe an Ort und Stelle belege, befriedigt, begrüppt, und begraben und vom Verkäufer bisher beruhig besessen, benutzt und gebraucht worden, ... Dachhütte benutzt und gebraucht werden können un d mögen, mit allen Freiheiten und Gerechtigkeiten, ... namentlich auch mit dem jetzt auf dem gr. Grundstück wachsenden Roggen, aber auch zu Lasten Verpflichtungen und Beschwerden, an den gleichfalls gedachten Zimmermann Claus Glismann erbund eigenthümlich nun und für die caufbehandelte Kaufsumme 1500 ... schreibe fünfzehn Hundert Mark, welche Kaufsumme der Käufer bereits berichtigt hat, und wofür ihm hiermit in bündigster und bester Form Rechtens Quitung ertheilt wird.
Bemerkt wird, dass es dem Eingesessenen Lüder Mohr in Großendorf freisteht über die am nördlichen Ende des Landstücks befindliche Wende zu fahren, um nach seinem Lande gelangen zu können.
Die mit diesem Handel verbundenen Contract- Protocollations- und Stempelpapierkosten werden von den Contrahenten einseitig die 1/2 pr. Ct. Steuer dagegen von Käufer einseitig berichtigt. Alles sonder List und Gefährde urkundlich ist dieser unterm 30. April d. J. in der Königl. Barmstedter Kirchspielvogtei entworfene Kaufcontract dem Protokolle insoweit obrigkeitlich confirmirt und von beiderseits Contrahenten eigenhändig unterschrieben.
Königl. Administratur zu Ranzau
1ten Juni 1853
150 Jahre hat es gedauert, bis aus der kleinen Zimmerei des Claus Glismann aus Bullenkuhlen die heutige Firma Gustav Glismann in Barmstedt entstand. Und was wir sonst noch aus unserer Vergangenheit wissen, lesen Sie hier.
![]() Haus auf dem Firmengelände um 1888. |
Im Jahr 1876 starb Claus Glismann und sein Sohn Johannes Glismann führte das Unternehmen fort. Dieser begann nun auch mit dem Handel von Holzwaren. Eine Rechnung von 1890 an einen gewissen Tewes Harder aus Großendorf belegt das. Aus der Rechnung ist auch ersichtlich, dass es damals bereits eine Verbindung zur Firma Schüder & Kremer aus Elmshorn gab – nämlich einen Filialvertrag (ein Schreiben an die britische Militärverwaltung 1946 erwähnt diesen ebenfalls). Der Grund für den Filialvertrag könnte in der Weitsicht des Johannes Glismann gelegen haben, zu expandieren, ohne das nötige Kapital zur Verfügung zu haben. Bereits am 31. Dezember 1899 ließ Johannes Glismann das Unternehmen auf seinen damals erst 13-jährigen Sohn Gustav Glismann eintragen. Den Grund für diese frühe Übertragung kennen wir leider nicht.
![]() Ecke Königstraße/Kleine Gärtnerstraße um 1894. links: Schankwirtschaft "Zum ländlichen Verkehr" |
Auf jeden Fall verstarb Johannes Glismann am 1. März 1913 plötzlich, aber drei Wochen später tragischerweise auch sein Sohn! Gustav Glismann wurde am 25. März 1913 das Opfer eines Verkehrsunfalls in Elmshorn.
Von nun an führte der Schwiegersohn Hans Fabel, von Beruf eigentlich Schullehrer, das Unternehmen weiter. Den Filialvertrag mit der Firma Schüder & Kremer kündigte er 1921 und danach geriet das Unternehmen zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Am 10. März 1937 wurde die Firma von Schüder & Kremer gekauft. Das Betriebsgrundstück war zu diesem Zeitpunkt schon auf knapp 5000 qm gewachsen. Über das Zustandekommen des Kaufvertrages gibt es zwei Versionen. Aus einem Schriftstück an das "Military Government of Germany" vom 3. April 1946 geht hervor, das Hans Fabel das Unternehmen der Firma Schüder & Kremer angeboten hat. Aus Erzählungen des langjährigen Prokuristen Johannes Peters ist anderes bekannt. Johannes Glismann hatte drei Töchter hinterlassen – Maria Glismann, Bertha Schwormstede und Martha Fabel, die Ehefrau des Hans Fabel. Am 10. März 1937 waren die drei Frauen nun unterwegs zum Justizrat Reimers, um die Firma an einen Wettbewerber zu verkaufen. Hans und Martha Fabel waren mittlerweile die Eigentümer. Die betrübten Damen trafen auf Frau Anna Kremer, die Ehefrau von Jasper Ferdinand Kremer, der sie das Vorhaben erzählten. Anna Kremer hatte immer ein gutes Verhältnis zu den Familien Glismann gepflegt und soll die Damen davon überzeugt haben, dass dieser Verkauf zunächst einmal mit ihrem Ehemann Jasper Ferdinand zu besprechen sei. Und so soll es dann auch geschehen sein. Die Kanzlei von Justizrat Reimers befand sich zwar in der Mühlenstraße 2, der Vertrag wurde aber auf dem Grundstück Bauerweg 3 geschlossen. Der Kaufpreis betrug 35.000,– Reichsmark. Zwischen der Familie Glismann und der Familie Kremer bestand also – wie hier zu lesen – eine lange und enge Verbindung. Die Geschichte der Firma Schüder & Kremer lässt sich bis zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht weiter aufhellen.
Nach Abschluss des Kaufvertrages wurde nun – im Jahr 1937 – ein Geschäftsführer gesucht. Zufällig besuchte ein Mitglied der Familie Kremer in dieser Zeit eine Feier der Familie Kölln in Uetersen. Dort traf man auch die Köllns aus Friedrichstadt, die wiederum eine Holzhandlung besaßen. Man kam also zwangsläufig über den vollzogenen Kauf der Firma Glismann und die Personalnot ins Gespräch. Bei Kölln in Friedrichstadt liefen die Geschäfte z. Z. schlecht, und so wurde als „Leihgabe“ der junge „Mitarbeiter Peters“ nach Barmstedt geschickt. Diese „Leihgabe“ war dann bis zum 31. März 1971 als Prokurist der Firma Gustav Glismann beschäftigt. Johannes Peters hat mit großem Geschick und Schlitzohrigkeit das Unternehmen durch die Wirren des 2. Weltkrieges geführt und durch ständige Grundstückszukäufe weiter entwickelt. Zum Betrieb gehörten u.a. ein Sägewerk und eine Kistenfabrik. Zeitweise waren über 60 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.
![]() Hans Mülverstedt, war über vier Jahrzehnte bei Gustav Glismann. |
![]() Der alte Sägewerkskran. |
Eine ständige Erweiterung der Betriebsfläche durch Zukäufe von Grundstücken aus der Nachbarschaft ermöglichte auch das Wachstum des Unternehmens selbst. So eröffnete 1977 der Baumarkt mit einer Fläche von damals 200 qm für den Handel mit Werkzeugen, Farben u.v.a.m.
![]() Baumarkteröffnung 1977. |
Der Baumarkt wurde ständig erweitert und hat jetzt einschließlich der Gartenmöbelscheune eine Fläche von 2.300 qm. Die Hallenflächen für den Holz- und Baustoffhandel betragen rund 3.000 qm. Das gesamte Firmengelände umfasst heute ca. 22.800 qm. 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 9 Gabelstapler und 6 LKWs mit Ladekränen sorgen für einen optimalen Kundenservice und eine termingerechte Belieferung. Bereits seit dem 1. Juni 1929 waren die Eigentümer der Firma Gustav Glismann auch Mitgesellschafter der Firma Eisenhandel Kremer in Elmshorn. Diese wiederum war eine gemeinsame Gründung der Gesellschafter der Firmen Schiffswerft D. W. Kremer Sohn und Schüder & Kremer. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte vermehrten sich die Gesellschafter durch die jeweilige Erbfolge. Das führte dann dazu, dass die Entscheidungsprozesse im Unternehmen Eisenhandel Kremer schwieriger wurden und 1999 schieden als Konsequenz daraus zwei Drittel der Gesellschafter aus. Übrig geblieben sind die heutigen Eigentümer der Firma Gustav Glismann.
Mit den Sortimenten aus beiden Betrieben können alle Kundenkreise und Kundenwünsche optimal bedient werden. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt.
![]() Das Firmengelände von KremerGlismann heute. |









